Der erste Spatenstich
Auf diesen Tag haben wir lange gewartet. Die Ausstattung des Hubert-Schäfer-Sportparks mit einem Kunstrasenplatz stand lange Zeit auf der zweiten Stelle der Prioritätenliste; und wir haben es leise hingenommen, wenn vor uns auf dieser Liste mehrere Andere standen. Als dann 2006 die Studie „Zur Situation des Sports in Neuss“, die sich Befragungen aus den Jahren 2003 bis 2005 bezieht, erschien, schöpften wir Hoffnung, denn dort steht eindeutig: „Es muss also das gesamte Augenmerk darauf gerichtet sein, dass insbesondere der Hubert-Schäfer-Sportpark so hergerichtet wird, dass die sportliche Nutzung nicht durch den schlechten Zustand eingeschränkt wird“.
Sowohl die Rasenfelder als auch der Tennenplatz dieser Anlage erhalten in der Studie die Note mangelhaft und liegen auf dem letzten Platz der Wertigkeit in Neuss. Und als wir darauf in der Öffentlichkeit hingewiesen haben, wurden wir insbesondere durch den Verein beschimpft, der seinerzeit auf der ersten Stelle der Prioritätenliste stand.
Als Ergebnis dieser Öffentlichkeitsarbeit erhielten wir dann den kleinen Trainingsplatz, für den wir nach wie vor dankbar sind. Aber unser Problem konnte dadurch nicht gelöst werden: Denn der schlechte Zustand der Rasenplätze ist der Grund dafür, dass wir insbesondere bei unserer Winterwetterlage nur den Tennenplatz benutzen konnten; und das mit insgesamt 24 Mannschaften. Als Folge davon mussten dann mehrere Mannschaften ausgelagert werden zur BZA Stadtwald am Konrad-Adenauer-Ring, wo aber auch nur begrenzt Spiel- und Trainingsmöglichkeiten bestehen. All das führte zu einem Aufnahmestopp, da eine weitere Mannschaft nicht hätte trainieren und spielen können.
Und das in einem Stadtteil mit ca. 40.000 Einwohnern. Denn der Hubert-Schäfer-Sportpark ist die einzige Bezirkssportanlage in der Nordstadt; den Ver-gleich mit anderen Bezirkssportanlagen verkneife ich mir, besonders was die zu versorgende Bevölkerungszahl angeht.
Als eine fast unerwartete Entschädigung für unser Warten empfanden wir es dann aber, als der Rat der Stadt Neuss im September 2009 beschloss, ein neues Clubhaus auf dieser Anlage zu bauen. Hier hat sich aus unserer Sicht ge-
zeigt, dass Politik und Verwaltung verantwortungsvoll in die Zukunft geblickt haben; denn mit dem Kunstrasenplatz mussten zusätzliche Umkleide- und Duschkabinen geschaffen werden, die in einem Anbau am bestehenden Club-haus untergebracht werden sollten. Der Zustand dieses 1955 gebauten Club-hauses ist aber inzwischen so, dass die Erhaltungs- und Renovierungsarbeiten zusammen mit den Erweiterungsarbeiten fast so teuer geworden wären wie ein Neubau; und bei einem Neubau dürften in den nächsten Jahren keine Renovierungsarbeiten anfallen.
Aber unser Zittern hielt an, auch nachdem der Rat im Sept. 2009 diese Beschlüsse gefasst hatte, endlich mit der Umwandlung eines Rasenspielfeldes zum Kunstrasenplatz zu beginnen. Denn die zwischenzeitliche Diskussion um Einsparungen im städtischen Haushalt warf wiederum einige Fragezeichen auf.
Wir alle atmeten auf, als dann endlich die Einladung zum Ersten Spatenstich eintrudelte. Und das gibt mir die Gelegenheit, allen, die an der Realisierung dieser für den Sport in der Nordstadt wichtigen Pläne mitgewirkt haben, zu danken. Das gilt für die Verwaltung wie für die Politik gleichermaßen, wobei ich die Nachhaltigkeit der Mitglieder des Sportausschusses besonders hervor heben möchte. Denn die Mitglieder der Verwaltung hatten die Notwendigkeit aller dieser Maßnahmen schon länger erkannt. Jetzt können wir die Erinnerun-gen an die lange Wartezeit in die Vergangenheit verbannen.
Ein schöneres Geschenk zu unserem 100-jährigen Jubiläum konnten Sie uns nicht machen. Und in der Rückschau: So hat sich das Warten gelohnt und wir blicken hoffnungsfroh in die Zukunft.
Abschließend noch ein weiteres Wort des Dankes: Die Verwaltung hat immer ein offenes Ohr für unsere Vorschläge gehabt, die wir im Zusammenhang mit den konkreten Baupläne vorgebracht haben. Wenn wir diese vertrauensvolle Zusammenarbeit auch während der Bauphase weiterführen können, dann werden alle Mitglieder der Sportvereinigung Neuss-Weissenberg zufrieden sein.
Also noch einmal, ein herzliches Dankeschön in der Hoffnung, dass alle Bauarbeiten reibungslos, unfallfrei und fristgerecht erledigt werden können. Die SVG Neuss-Weissenberg jedenfalls wünscht „Glück auf“. « Kein Rassismus! Die Baumaßnahmen zum Kunstrasenplatz » |