Saisonvorbereitung 2010/11 der 1.Mannschaft
Mit dem gestrigen Spiel startete die erste Mannschaft endlich in die neue Spielzeit und schon der erste Auftritt ließ Mut zur Hoffnung, dass Abstiegssorgen nunmehr der Vergangenheit angehören. Bis dahin war es allerdings ein langer, schweißtreibender und vor allem von Hüt-chen gespickter Weg.
Schon vor Beginn der 6-wöchigen Vorbereitung sorgte der neue Coach Ralf Nickel mit seinem Trainingsplan für Furore. Fünf Einheiten pro Woche ließen eigentlich nur den Schluss zu, der Trainer habe keine Freunde oder aber er kenne das Wort „Freizeit“ nicht. (Beide Annahmen stellten sich im Nachhinein als falsch heraus! An. d. Red.) Nichts desto trotz standen dem neuen dynamischen Trainerduo Ralf Nickel und „Hotti“ Wichmann zum Trainingsauftakt knapp 15 Spieler Spalier. Eine kurze Ansprache ließ keinen Zweifel mehr daran, dass sich neben der Trainerposition und der Intensität der Trainingseinheiten auch das Spielsystem ändern werde.
Die Umstellung vom klassischen Libero auf ein 4-4-2-System war fortan das angestrebte Ziel und führte uns unweigerlich in das Land der Hütchen und Stangen. Bereits eine Stunde vor Trainingsbeginn konnte man den Trainer dabei beobachten, wie er in freudiger Erwartung der Spieler Hütchen um Hütchen auf dem Ascheplatz verteilte. So unübersichtlich die Verteilung der kleinen Stolperfallen auf den ersten Blick auch schien, umso strukturierter und durchdachter wirkte es nach einer kurzen Einweisung. Dennoch führte die Frage „ seht ihr das viereckige Feld dort hinten?“ häufiger zu kurzem Gelächter, da man mindestens fünf Felder in angezeigter Richtung vorfand. Präzises Kurzpassspiel, schnelles Verschieben und laut-starke Kommunikation zogen sich wie ein roter Faden durch die Übungen und fanden schnell Einzug in das Spielgeschehen.
Trotzdem hagelte es in den ersten Vorbereitungsspielen Niederlagen. Konnte man den deftigen Klatschen gegen die Bezirksligisten SV Nievenheim und SSV Berghausen-Langenfeld (0:5 und 2:10) zumindest einige positive Aspekte abgewinnen, so führten die unnötigen Niederlagen gegen die B-Ligisten Grevenbroich-Süd und Horrem (3:6 und 0:1) zu kollektivem Kopfschütteln. Zu viele Fehlpässe, zu langsames Verschieben und individuelle Fehler ermöglichten den Gegnern einfache Torgelegenheiten und brachten die Trainer zur Weißglut.
Die bis dahin ausgezeichnete Trainingsmoral erhielt im Zuge dessen einen Dämpfer und fand ihren Höhepunkt in einer kurzen Wutrede Nickels.
Ab diesem Zeitpunkt ging es wieder aufwärts und Spieler, die vorher fünfmal hintereinander ein Stangentor lieber zerschossen als es zu durchspielen, spielten nun einen richtig guten Ball. Der wiedererlangte Trainingsfleiß hob die Stimmung innerhalb der Mannschaft und mündete in einem verdienten 3:1-Erfolg beim FC Büderich. Gegen einen starken Gegner standen beide Viererketten sicher und ließen insbesondere in der zweiten Spielhälfte keinerlei Spielraum für Büdericher Offensivbemühungen. Die agilen Spitzen verwerteten die gut vorgetragenen Konter in bester Goalgetter-Manier. Der erste Sieg bewies nicht nur eindrucksvoll die Effektivität des neuen Systems, sondern bescheinigte ebenfalls, dass die vom Trainerstab ausgegebene Philosophie endlich angekommen war.
Doch bereits fünf Tage später sorgte ein kurzfristig angesetztes Freundschaftsspiel gegen den Kreisliga B-Aufsteiger MSV Hillal für Ernüchterung. Mit 7:3 schickten die durchaus bez-wingbaren Düsseldorfer die SVG nach Hause. Die guten Ansätze des Büderich-Spiels waren nur in den ersten 10 Minuten erkennbar, bevor die Mannschaft wieder in alte Strickmuster verfiel. So war es nur bezeichnend, dass 5 der 7 Gegentore aus teilweise gravierenden Fehlern der Weissenberger resultierten.
Trotz des neuerlichen Rückschlags hielt Nickel an seinen Trainingsmethoden fest, sodass die Divise auch in den letzten beiden Wochen der Vorbereitung „viel Bewegung mit Ball“ lautete. Die letzten beiden Vorbereitungsspiele gegen die Zweitvertretungen des FC Delhoven und des SV Uedesheim konnten jeweils gewonnen werden (3:2, 3:0), sodass die Generalprobe durchaus als geglückt bezeichnet werden kann.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Spieler körperlich und mental gut auf die Saison vorbereitet sind. Es bleibt nur noch abzuwarten, ob die Mannschaft ihre zeitweise guten Leistungen in der Vorbereitung auch in der LigA zeigen wird.
Thomas Hennessen |